Bildung Jugend Kinderbetreuung

Kinder sind k(l)eine Menschen? Gewaltfreie Erziehung macht glaubwürdig!

1. Dezember 2014

Erziehung von Kindern ist ein großes Thema

Und ein heißes Feld. Das eigene Bemühen, es so gut wie möglich zu machen, die tausend Ratschläge von Elternratgebern, ErziehungswissenschafterInnen, der eigenen Familie und so weiter. Alles nicht so einfach.

Entsetzt hat mich der Artikel von Wolfgang Greber „Wer Strafe nicht vollzieht, wird unglaubwürdig“ in der Presse. Weil er offen Gewalt als probates Mittel der Kindererziehung empfiehlt. Das ist schockierend und tief traurig. Ich weiß, dass es immer noch (zu) viele Menschen gibt, die Watschn als g’sund einstufen. Aber der Artikel eines „Presse“-Journalisten, der minutiös und detailliert beschreibt, welcher Grad von Demütigung seinem Kind „gut tun“, das ist wirklich das Letzte.

Es gibt schon zahlreiche Antworten darauf, die berührende Reaktion von Armin Wolf, die klare Replik von Michael Bonvalot auf www.vice.com, auch Johannes Voggenhubers Reaktion kann ich eins zu eins unterschreiben, Doris Knecht bringt es im Kurier wie immer auf den Punkt: „Es gibt für Gewalt in der Kindererziehung keinen gesellschaftlichen Konsens mehr. Der Kollege dachte, ein bisschen sei jetzt wieder ok: Aber das ist es nicht. Diesen Schritt haben wir aus gutem Grund gemacht, diesen Schritt gehen wir nicht mehr zurück.“

Vorbild und Liebe – und eigene Grenzen

Ich bin ja seit 2 1/2 Jahren auch Mutter einer kleinen Tochter, und auch ich suche nach Strategien, wie mein Kind gut mit uns aufwachsen kann. Die wirksamsten Elemente scheinen mir immer noch „Vorbild und Liebe“ zu sein und nicht „Ohren ziehen“ und „übers Knie legen“. Klar braucht es Grenzen, aber da kann ich mit Jesper Juul gut mit: „Erziehen heißt nicht verletzen“. Und auch Autorität hat in einer Erziehung Platz. Die aber mit Gewalt nichts zu tun hat, sondern mit den eigenen Grenzen, die jede/r von uns hat, aber halt auch an unterschiedlichen Stellen.  Und ich muss tatsächlich nicht alles ausdiskutieren (obwohl ich das immer wieder versuche ;) – aber ich muss mir vor Augen halten: hier steht ein kleiner Mensch, der in verschiedenen Phasen lernt, mit der Welt zurecht zu kommen. Ich will keinesfalls, dass sich mein kleiner Mensch zu Hause aus der Demütigung heraus fürchtet und lernt, sondern aus der Gewissheit, sie passt so wie sie ist und sie wird geliebt.