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FRAUEN: So gut wie Männer – nur billiger! Equal Pay Day 2013

30. September 2013

Equal Pay Day 2013, oder warum wir Frauen ab heute gratis arbeiten.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. In Österreich liegt das Durchschnittseinkommen der Männer rund 25% ÜBER dem der Frauen. Was also Männer im Schnitt pro Jahr verdienen, endet bei den Frauen im Schnitt schon Ende September. So gesehen müsste es eigentlich UNEQUAL Pay Day heißen.

Die Gründe: Oft kein gleicher Lohn für gleiche Arbeit, grobe Einkommensunterschiede zwischen Branchen, in denen mehr Männer –höheres Einkommen- oder mehr Frauen –niedriges Einkommen- arbeiten, steigende Teilzeitarbeit.

Sollen Frauen denn so sein wie Männer?

Nein, darum geht es hier nicht. Abgesehen davon, dass es für mich nicht „die Frauen“ und „die Männer“ gibt, sollen Menschen generell die gleichen Teilhabemöglichkeiten haben, und Einkommen spielt dabei eine existentielle Rolle. Und wirkt sich auch langfristig aus, z.B. auf Pensionen. Thema Frauenarmut im Alter. Zudem gibt es keinen Grund, traditionell „weiblich“ ausgeübte Berufe schlechter zu bezahlen.

Aber Frauen wollen doch Teilzeit arbeiten!

Das stimmt in einigen Fällen, in den Meisten aber nicht. Und die Frage ist doch, warum gerade Teilzeitjobs so boomen? Weil unbezahlte und bezahlte Arbeit weiterhin sehr ungerecht verteilt sind. Klar kann eine Frau nicht Vollzeit arbeiten, wenn sie nebenbei noch Kinder versorgen und den Haushalt schupfen muss. Aber warum müssen gerade Frauen so überproportional genau diese unbezahlte Arbeit übernehmen? Wo bleibt die Verantwortung der Männer hier?

Aber es müssen doch die Frauen bei den Kindern bleiben, wenn die Männer das höhere Einkommen erzielen!

Hier gibt es für mich unterschiedliche Perspektiven:  denn wer am Existenzminimum leben muss,  hat tatsächlich nicht viel Wahl. Darum sind existenzsichernde Einkommen so wichtig. Wer aber zu zweit diese Schwelle übersteigt, kann überlegen, wie z.B. beide vorübergehend weniger arbeiten, um Zeit zu haben für das Familienleben. Und möglicherweise ist in dieser Zeit dann kein neues Auto finanziell drinnen, dafür qualitätsvolle Zeit für Familie, ohne dafür den Beruf aufgeben zu müssen.

Also her mit einem Bündel an politischen Maßnahmen, von gesetzlichen Mindestlöhnen und Frauenförderplänen in allen Branchen bis hin zu Transparenz in den Einkommen an sich. Da zählt ein rechtlicher Anspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr genauso dazu wie ein Abkehren von längst überholten Rollenbildern hin zu einer Anerkennung der Vielfalt an Lebensentwürfen, die keinen finanziellen Einbußen für Frauen nach sich ziehen.

Dann feiern wir einen richtigen EQUAL Pay Day.

 

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