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Straßennamen in Salzburg: Frauen in die Öffentlichkeit!

22. Februar 2013
2009 entstand im ehemaligen Stadtwerke-Gelände an der Strubergasse der neue Inge-Morath-Platz. Inge Morath (1923-2002) war eine international bekannte Fotografin aus Salzburg

Benennungen von Verkehrsflächen haben eine bewegte und recht männliche Geschichte. Und im Laufe der Zeit hat sich in der Stadt Salzburg ein bunt gemischtes „Anforderungsprofil“ entwickelt, das wir nun in neue Richtlinien verpackt im Kulturausschuss beschlossen haben. Dabei haben uns wichtige Punkte Niederschlag gefunden:

Schon länger thematisieren nicht nur wir von der Bürgerliste, dass es bei den Straßennamen eine starke Schieflage im Verhältnis Männer (46 Prozent) und Frauen (3 Prozent) gibt. Die neuen Richtlinien bestimmen nun, dass der Benennung von Verkehrsflächen nach verdienten Frauen aus der Stadt Salzburg Priorität eingeräumt werden muss.

Die Kulturabteilung hat dafür Biografien von folgenden Frauen aufgearbeitet:

(vgl. Unterlagen des Amtsberichtes)

  • Marie Andeßner (1833-1906), Weltreisende und Reiseschriftstellerin aus Salzburg
  • Hilde Heger (1899-1998), Salzburger Künstlerin, die Papagenofigur am Salzburger Papagenoplatz ist eines ihrer Werke
  • Barbara Krafft (1764-1835), bekannte Portraitmalerin ihrer Zeit, von ihr stammt ein berühmtes Mozartportrait.
  • Marie Mösner (1838-1884), europaweit bekannte Hafenvirtuosin, wurde im 19. Jahrhundert als die „größte Tochter Salzburgs“ bezeichnet
  • Alija Rachmanowa (1898-1991), Bestsellerautorin der Zwischenkriegszeit
  • Maria Johanna Sedelmaier (1811-1853), bedeutende österreichische Lyrikerin der Biedermeierzeit. Sie führte einen Tabakladen, der sich zu einem literarischen Treffpunkt für Künstlern entwickelte.
  • Helene von Taussig (1879-1942), Malerin aus Salzburg, die wegen ihrer jüdischen Abstammung im Konzentrationslager ermordet wurde.
  • Irma Rafalea Toledo (1910-2002), auch Malerin aus Salzburg
  • Martha Weiser (1913-2008), erste Stadträtin Salzburgs

Um WiderstandskämpferInnen endlich zu ehren enthält die Vorschlagsliste auch:

(vgl. Texte von Gert Kerschbaumer, Stolpersteine)

  • Anna (1903-1944) und Anton Reindl (1903-1943), das Ehepaar war im Widerstand gegen das NS-Regime aktiv und wurden hingerichtet.
  • Josef Reischenböck (1890-1943), Lehrer/Hauptschuldirektor, war ebenfalls im Widerstand gegen den Nationalsozialismus tätig und wurde hingerichtet.

Und last but not least zwei verdiente Männer:

  • Leopold Kohr (1909-1994), unter anderem Nationalökonom und Philosoph, bekannt nicht nur als Ideengeber von „Small is beautiful“
  • Karl Berg (1908-1997), Salzburger Erzbischof und prägende kirchliche Persönlichkeit der 1970er und 1980er Jahre.

Bildbeschreibung: 2009 entstand im ehemaligen Stadtwerke-Gelände an der Strubergasse der neue Inge-Morath-Platz. Inge Morath (1923-2002) war eine international bekannte Fotografin aus Salzburg.

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