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Traumagschnas 2013 – Ärztekammer Salzburg zeigt zu Sexismus Vorwurf keine Einsicht #Aufschrei in Salzburg

29. Januar 2013

Die Watchgroup gegen sexistische Werbung in Salzburg hat vor kurzem eine Beschwerde über das Plakat für das „Traumagschnas 2013“ erhalten: Eine Frau ist hüftabwärts zu sehen, trägt einen Slip und Schischuhe, die Beine breit gespreizt. Zwischen den Beinen ein voll angezogener Mann, lüsterner Blick, gebeulte Hose, eh schon wissen. Das Motto für alle Feierlustigen: „Schigeil – von der Piste in die Kiste.“

Warum wir das sexistisch finden, haben wir ausführlich in unserem Blog gegen sexistische Werbung argumentiert.

Ärztekammer Salzburg zum Vorwurf des Sexismus

„…wollen zunächst feststellen, dass es sich um eine Veranstaltungsankündigung für ein “Gschnas” handelt und nicht um eine Werbung im klassischen Sinn…“
Aha. Soll heißen, mischt euch nicht ein, ihr fühlt euch doch nur für Werbung zuständig? Überall sonst ist Sexismus erlaubt? #Aufschrei

„…Ziel des Traumagschnas ist es, gute Stimmung zu verbreiten und diese gute Stimmung dazu zu nützen, einen möglichst hohen Erlös zu erzielen, der wohltätigen Zwecken zugute kommt.“
Die nächste Erleuchtung: Je mehr gute Stimmung wir haben, umso mehr Geld für wohltätigen Zweck, und wie wir zur guten Stimmung kommen, ist uns wurscht. Komasaufen, Prügelgelage oder Sexorgie? Hauptsache es kommt wohltätiges Geld rein? Sexismus nehmen wir in Kauf. Oder Sexismus gegen wohltätiges Geld. Meint ihr das Ernst? Ich glaub sie meinen das ernst. #Aufschrei

sie können daher sicher gut nachvollziehen, dass es in keiner Weise beabsichtigt war, irgendjemandes Gefühle zu verletzen oder ein Geschlechterklischee zu verfestigen oder gar Frauen als Sexualobjekte darzustellen.
NEIN, DAS KANN ICH NICHT NACHVOLLZIEHEN! In Ihrem Brief kommt kein einziges Argument, warum dieses Bild nicht sexistisch sein soll!! #Aufschrei

…Abschließend wollen wir aber diese Gelegenheit nutzen “Watchgroup-Salzburg” einzuladen, einen ausführlichen Beitrag auf Seite 30 in derselben Ausgabe der Ärztezeitung “med.ium” zum Thema “Sexualmedizin in aller Munde” zu entdecken.
Ja, ein durchaus wichtiges Thema. Und niemand sagt, dass Ärzte/Ärztinnen alle sexistische Menschen sind. Das Bild für das Gschnas ist sexistisch. Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? #Aufschrei

Wer so ein Frauenbild für ein Gschnas verwendet und das auch noch lustig findet, hat vieles nicht begriffen…

…und sollte nicht in einem Job sein, bei dem Menschen auf professionelle, persönliche und oft auch intime Hilfe angewiesen sind. Ich will als Frau bei keinem Arzt in Behandlung sein, der so ein Gschnasplakat lustig findet und keinerlei Bedenken hat, was dieses Bild so alles aussagt.

Der volle Brief ist hier zum Nachlesen. Der Vollständigkeit halber zitiere ich auch noch den Satz, der zumindest ein kleines Einlenken signalisiert: „Wir nehmen aber ihre Hinweise ernst und werden uns bemühen, ihre Bedenken in Hinkunft zu berücksichtigen!“  Wieviel diese Zusage wert ist, kann ich nicht einschätzen. Die Hoffnung stirbt zuletzt – ist aber auch schon oft enttäuscht worden.

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