Allgemein Verkehr

Überfuhrsteg Salzburg: während Sanierung offen halten anstatt sperren!

4. Dezember 2012

Der Überfuhrsteg (der eigentlich Josefiausteg heißt) muss saniert werden. Das zeichnet sich schon länger ab und ist eigentlich keine Neuigkeit. Je konkreter die Sanierungspläne aber wurden, umso mehr wurde klar, der Steg soll während der Sanierung gesperrt werden. Zurecht fordert nun die BürgerInnen-Initiative „Offener Steg“ ein, die Sanierung so zu planen, dass eine Offenhaltung gewährleistet ist.

Heute wurde der Grundsatzamtsbericht im Bauausschuss endlich vorgelegt. Er sieht zwar neben der Totalsperre auch eine Variante vor, die „nur ca. sieben Wochen“ Stegsperre in sich hat, DAS IST ABER NICHT GUT GENUG!!

Die Bürgerinitiative hat mit Hilfe eines Statikers nun selbst versucht, eine Alternative zu den bisherigen Plänen zu erstellen. Wir (Bürgerliste) haben nun den Antrag gestellt, mit dem Akt auf Klub zu gehen (heißt, er wird beim nächsten Bauausschuss in zwei Wochen wieder vorgelegt), und eingefordert, dass so bald wie möglich alle Planungsunterlagen veröffentlicht werden. Denn diese waren bisher insoferne unter Verschluss, als der Bürgerinitiative geantwortet wurde: Solange das Projekt nicht fertig geplant ist, geben wir keine Unterlagen heraus.

Dialog schaut anders aus

Jetzt weiß ich, dass das mit dem Dialog nicht immer so einfach ist. Aber Dialog über ein fertiges Projekt erscheint mir in diesem Fall so gar nicht sinnvoll – über was sollen wir denn dann noch verhandeln? Warum war es nicht möglich, die Menschen der Initiative einzuladen, die aktuellen Überlegungen zu teilen und sich auch die Ideen anzuhören, die aus dieser Ecke kommen?

Das beleidigte Dreieck

Ich musste heute im Bauausschuss an einen Vortrag vor zwei Wochen denken, wo über „das beleidigte Dreieck“ referiert wurde, wenn es um BürgerInnen-Beteiligung geht. Die PolitikerInnen sind beleidigt, weil sie anscheinend Entscheidungen abgeben sollen, die Verwaltung ist beleidigt, weil ihre Expertise anscheinend nicht wahrgenommen wird, und die BürgerInnen sind beleidigt, weil ihre Wahrnehmungen und Ideen nicht gehört werden.
Das gilt es umzudrehen – und jede/r sollte seine Rolle entsprechend wahrnehmen, auch hier:

Die betroffenen BürgerInnen haben im Vorfeld sehr deutlich gemacht, dass die Sperre des Steges einen unzumutbaren Umweg für alle FußgängerInnen und RadfahrerInnen bringen wird. Auch alle, die Barrierefreiheit brauchen (mit Rolli, Rolator, Kinderwagen, etc), werden massiv in ihrer Mobilität eingeschränkt sein. Diese Wahrnehmung ist ernst zu nehmen!

Die Verwaltung ist nun gefragt, ihre volle Expertise aufzufahren. Wie ist es möglich, den Steg zu sanieren, den Steg passierbar zu halten, und das ohne Kostenexplosion.

Und die politischen Gremien haben dann die Aufgabe, zu entscheiden. Und mir, als Politkerin, ist es wichtig, diesen Steg offen zu halten. Wann hat man das letzte Mal eine Autobahnbrücke gesperrt (für vier Monate!)? Warum war es möglich, das Nellböck-Viadukt weitestgehend  für FußgängerInnen offen zu halten?

Auf in die nächste Runde.

Wir warten auf gute Vorschläge aus dem Bauamt, die sicherlich die ExpertInnen haben, eine schlaue Lösung zu finden. Was heute vorgelegt wurde, reicht einfach nicht.

Weiterführende Links

Aktion offener Steg

Update vom 11. Dezember 2012

Gestern im Senat, morgen im Gemeinderat: Die Mehrheit im Gemeinderat (mit SPÖ/ÖVP) ist nicht dem Wunsch der Bürgerinitiativen und uns nachgekommen. Ausgeschrieben werden die Sanierungsarbeiten NUR für die Variante 1 (Sanierung mit Totalsperre) und die Variante 2 (Sanierung mit Teilsperren von 7 Wochen und mehr). Unser Antrag, auch die dritte Variante der Bürgerinitiativen ausschreiben zu lassen, wurde abgelehnt. Wirklich ärgerlich. Ich wiederhole mich – aber bei einer Autobahnbrücke wäre das wohl nicht passiert.

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