Jugend

Kultur Leben Räume Geld

14. Juni 2010

In Vorbereitung zum Jugendkongress, der am 24. Juni in Salzburg stattfinden wird, sind wir Jugendsprecherinnen der im Gemeinderat vertretenen Fraktionen unterwegs, um mit jungen Menschen in Kontakt zu kommen.

So hatten wir auch einen Termin im Jugend- und Kulturzentrum MARK, dass ja seit kurzem einen neuen Standort in der Gnigl aufbaut. Die Themen, die wir Gemeinderätinnen und mit jungen Kulturschaffenden anschauen wollten und hauptsächlich diskutiert haben:

  1. Kulturräume in Salzburg
  2. Pro & Contra Subventionen

Im Bereich der Kulturräume haben wir diskutiert, ob es denn genug Räume gibt in Salzburg und wie diese für junge Kulturschaffende zugänglich sind. Ich denke, wir haben tatsächlich ein buntes Pflaster an verschiedenen Kultureinrichtungen, die auch durchaus mit und für junge Menschen Aktivitäten setzen. Trotzdem bleibt bei mir hängen, dass es auch „Räume zum Ausprobieren“ braucht. Dass heißt aber auch, dass dort Dinge entstehen, aber vielleicht auch nicht entstehen. Dass es superkreative Phase gibt, wo auch Vieles sichtbar wird, aber auch umgekehrt gescheitert werden darf.

Das hab ich mir auch als Auftrag mitgenommen. Es gibt zwar nun bald das MARK wieder, dass sich ja auch diesem „sich Ausprobieren“ Auftrag verschrieben hat, ich stell mir aber mehr vor.

Es gibt doch eine größere Anzahl an leer stehenden Räumen, in Gebäuden kurz vor Abriss oder ähnlich. Es wäre doch super, diese temporär genau für solche Zwecke zu nutzen.

Bei der Diskussion rund um Subventionen war es für mich interessant zu hören, dass manche eine Subvention nicht wollen, um unabhängig zu bleiben. Die Argumentation ging weiter, dass gerade kreative Prozesse aus sich heraus passieren müssen, Geld könne das nicht initiieren. Das kann ich zwar nachvollziehen, dennoch sehe ich das anders.

Ich kann schwer glauben, dass unsere Kulturabteilung einem/einer SubventionsnehmerIn vorschreibt, wie sie Kultur schaffen muss, oder sonst wie Einfluss nimmt.

Wo ich Einflussnahme schon orte, ist wie es zur Gewährung der Subvention an sich kommt. Die Transparenz „danach“ ist sehr gut – es gibt einen jährlichen Kulturbericht, der alle Förderungen auflistet. Aber davor sieht es anders aus. Kleine Kulturinitiativen sind sehr auf Kontakte und Zufälle angewiesen. Da sehe ich Änderungsbedarf.

Aus meiner Erfahrung mit EU Jugendprojekten weiß ich, dass oft kleine Summen viel bewirken können. Ich könnte mir vorstellen, ein fixes Budget für „start-up“ Kulturinitiativen ganz transparent zu vergeben. Auch das möchte ich weiter verfolgen.

Was in der Diskussion auch hochgekommen ist, ist das Thema politische Vereinnahmung von Kulturinstitutionen. Schwierig, weil wie sind hier die Zusammenhänge? Ich setze mich als Bürgerliste Gemeinderätin fürs MARK ein – ist es deswegen ein „grünes“ Kulturzentrum? Natürlich nicht.

Platzieren sich PolitikerInnen gern mit jungen Kulturschaffenden, um sich selbst ein junges Image zu geben? – ja, das ist schon öfters passiert. Und vereinnahmt diese unter Umständen sogar massiv.

Was nehm ich mir zusammengefasst mit: weiter dahinter bleiben, Kulturräume zum Experimentieren und Lernen zu öffnen, Subventionen transparenter machen und achtsam im Spannungsfeld unterstützen/vereinnahmen zu sein.

Nächster Stopp auf unsere „Mach die Klappe auf“ – Tour: das Jugendzentrum Lehen!

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