Jugend

Jugendbeteiligung – und was genau soll das bitte sein? Startschuss.

2. Mai 2010

Das Wort Beteiligung oder auch Partizipation ist in aller Munde. Als Heilmittel gegen Politikverdrossenheit. Als Möglichkeit, sich in sein Umfeld wieder einzumischen und Verantwortung zu übernehmen.

Ich bin quasi mit dem „Jugend“-Ticket in die Politik gegangen. Seit einem Jahr bin ich für die grüne Bürgerliste in der Stadt im Gemeinderat. Als „Neue“ war/ist es für mich nicht immer einfach, zu verstehen, wer wo Entscheidungen trifft. Doch junge Menschen sind es meist nicht, die was zu sagen haben. Und das möchte ich ändern.

Der Jugendkongress der Stadt Salzburg ist seit einigen Jahren der Versuch, wieder Kommunikation zwischen Stadt und jungen Menschen herzustellen. Das ist gut – aber es hat großes Verbesserungspotential. Es darf nicht auf Zufälligkeiten und Beziehungen beruhen, damit ich als junger Mensch Zugang zu Entscheidungen habe.

Meine ersten Schritte:

  • Ich mische beim Jugendkongress mit. Als Jugendsprecherin der Bürgerliste bin ich auf die Jugendsprecherinnen der anderen Fraktionen zugegangen und gemeinsam sind wir nun bis Ende Juni auf Stadtteiltour – bei Jugendzentren, in Parks, bei Schulen. Davon werde ich berichten.
  • Ich bringe Methoden ein, die uns unterstützen, mit jungen Menschen auf einen Zweig zu kommen. Moving debates (alle Menschen müssen zu polarisierenden Aussagen Stellung beziehen – dann wird diskutiert, funktioniert super, mit jungen Menschen, aber auch mit Erwachsenen!) und Planspiel (da spürt man schnell, wie ein System wirklich funktioniert, ist für Februar 2011 geplan) gehen auf meine Initiative zurück.
  • Öffentlichkeit – ist ein wesentlicher Teil, damit Beteiligung gelingt. Gerade in der heutigen Medienwelt spielt es eine wesentliche Rolle, wer wie zu Wort kommt. Es ist uns (mir) gelungen, die Salzburger Stadtnachrichten zu gewinnen, bis zum Jugendkongress regelmäßig über die Aktivitäten im Vorfeld zu berichten.
    Auf meinem Blog möchte ich von den verschiedenen Stationen auch meine Eindrücke schildern, bzw. was damit weiter geschehen soll.

Das Ganze sind tatsächlich erst erste Schritte. Orientierung, wie weit wir gekommen sind, gibt die „Leiter der Beteiligung“ (Sherry R. Arnstein, 1969, Roger A. Hart, 1992), die folgende Stationen beschreibt:

Junge Menschen werden manipuliert. -passiert allzu oft.

Junge Menschen werden als Dekoration eingeladen. – ja, kennen wir auch. Nicht gut.

Junge Menschen dürfen mitreden, das hat aber dann kaum Auswirkung. – wir tun so als ob. Bring uns nicht wirklich weiter. („Tokenism“)

Junge Menschen sind einem Prozess zugeteilt, bei dem sie sich in ganz bestimmten Bereichen äußern dürfen. – ist schon mal die richtige Richung, besser wird’s aber so:

Junge Menschen dürfen bei Prozessen, die Erwachsene initieren, mitmachen. Sie wissen, wie ihr Input verwendet wird, die Entscheidung darüber treffen weiter die Erwachsenen. –hier orte ich die meisten gut gemeinten Projekte. Ändert aber nichts dran, dass junge Menschen zwar gehört werden, aber nicht mitentscheiden.

Junge Menschen können eigene Projekte/Prozesse initieren, Erwachsene stehen als MentorInnen und UnterstützerInnen zur Seite.

An der Spitze der Beteiligungsleiter steht aber dann das hier:

Junge Menschen initieren ihre eigenen Projekte und haben volle Stimmberechtigung im Entscheidungsprozess. Sie übernehmen (einen Teil) der Entscheidungskompetenz.

So, das gibt mal den Weg vor.
Nächste Station: „Mach die Klappe auf“ im MARK, Thema „Junge Kultur in Salzburg“

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