Frauen

Gynmed und Nominierung für den Troll-Borostyani Preis in Salzburg

29. Januar 2010

Die aktuelle Diskussion rund um die Gynmed-Nominierung für den Troll-Borostyani Preis zeigt: 35 Jahre nach Einführung der Fristenlösung muss das Recht auf Schwangerschaftsabbruch erneut verteidigt werden.

Fakt ist, dass das Recht auf Schwangerschaftsabbruch nun fast 35 Jahre besteht. Fakt ist auch, dass die Möglichkeit, diesen in Salzburg durchzuführen erst seit sechs Jahren besteht. So gesehen ist die Arbeit der Gynmed, die nicht nur die Schwangerschaftsabbrüche durchführt, sondern auch Beratung anbietet und vermittelt, die eine bessere Entscheidungsfindung der Frau ermöglichen soll, eine wichtige Errungenschaft in der Selbstbestimmtheit von Frauen in Salzburg.

Frauen haben das Recht auf Unterstützung, Respekt und Anerkennung ihrer Entscheidung für oder gegen eine ungewollte Schwangerschaft. Punkt

An der Wichtigkeit der Einrichtung für Salzburg ist deshalb nicht zu rütteln.

Inwieweit sich die Gynmed für eine emanzipatorische Frauenpolitik einsetzt, Zivilcourage zeigt und dazu beiträgt, Barrieren zu überwinden (so lauten die Ausschreibungskriterien), soll jede/r für sich entscheiden. Es stehen ja noch fünf weitere nominierte Einrichtungen zur Auswahl.
Ich selbst habe mich nicht für die Gynmed entschieden, weil das eine Klinik ist, die ihren Auftrag erfüllt und ich andere Nominierte näher an den Ausschreibungskriterien sehe.

Der traurige Effekt der Diskussion ist auch, dass dadurch die Arbeit der anderen nominierten Projekte völlig in den Hintergrund rückt. Hier die weiteren nominierten Projekte:

Frauengesundheitszentrum ISIS:

kostenlose Beratung z. B. bei Essstörungen, bei Ernährungsfragen, für Frauen in den Wechseljahren, bei Verhütungs- und Aufklärungsfragen und für Frauen mit Behinderungen, Selbsthilfegruppen (Essstörungen, Endometriose), Schwangerschaftskonfliktberatung, Gruppen, Vorträge, Seminare, Allgemeine Beratung in belastenden Lebenssituationen, Aufgreifen von Trends zur Frauengesundheit, Bewusstseins- und Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Schönheitsoperationen, Körperbilder, Brustgesundheit)

Gewaltschutzzentrum

Hilfestellung für Frauen und ihre Kinder bei familiärer Gewalt, Unterstützung nach Streitschlichtung, Wegweisung, Anzeige oder Verhaftung des Gewalttäters, rechtliche Beratung und Unterstützung bei gerichtlichen Verfahren, Austausch und Unterstützung in einer Gruppe mit anderen betroffenen Frauen, Beratung in Stalkingfällen, enge Kooperation mit der Polizei und Justiz

Betrifft:frauen – Erwachsenenbildung für Frauen

Frauenbildungsschwerpunkt in Trägerschaft von St. Virgil Salzburg und dem Katholischen Bildungswerk Salzburg, Vorträge, Seminare und Tagungen zu den Themen Spiritualität und feministische Theologie, Frauenräume, LebensKompetenzen, Impulse für die Frauenbildung, Geschlechterfragen

Lungauer Frauennetzwerk

überparteiliches Netzwerk als Verein von Frauen für Frauen, Lobby für Mädchen und Frauen in der Region, gestaltet aktiv und nachhaltig die regionale Entwicklung im Lungau mit (Bildungsangebote, Projekte für Frauen in der Region, mischt sich ein und redet mit bei der Politik in den Regionen (Tourismus, Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Gesundheit, …), fordert notwendige Maßnahmen zur Verbesserung der Gleichstellung von Männern und Frauen ein, setzt Impulse und motiviert Frauen politisch aktiv zu werden

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