Gemeinderat

Was macht die Krise mit den Frauen / der Frauenpolitik?

7. September 2009

Am 4./5. September haben sich Vertreterinnen der Grünen Frauen aus ganz Österreich getroffen um durch Impulsreferate sich eine bessere Grundlage für weitere Handlungsperspektiven zu holen und sich untereinander auszutauschen. Mir brennt nun Folgendes unter den Nägeln:

1) Die steigende Arbeitslosigkeit trifft nur sehr oberflächlich betrachtet die Männer mehr. Aber: die versteckte Arbeitslosigkeit ist bei Frauen beträchtlich, weil sie aufgrund fehlender Leistungsansprüche (wie Arbeitslosengeld) in der Statistik gar nicht aufscheinen. Investiert wird derzeit aber vorwiegend in die Industrie, wo es hauptsächlich Männern zugute kommt.

2) Die atypischen Arbeitsverhältnisse (Geringfügigkeit, „Scheinselbstständigkeit, unfreiwillige Teilzeit) trifft wiederum hauptsächlich die Frauen. Wenn man nun bedenkt, dass die Leistungen aus der Sozialversicherung auf voller Berufstätigkeit aufbaut, ist klar, dass langfristig die Frauen hier massiv den Kürzeren ziehen. Und stärker die Unsicherheit spüren – aufgrund niedriger Löhne, mangelhafte soziale Absicherung und daraus sich ableitender Armutsgefährdung.

3) Der Kaufkraftverlust wird durch Eigenarbeit ersetzt, was meist wieder auf dem Rücken der Frauen ausgetragen wird, die wiederum mehr belastet werden.

Fazit:
Die Krise hat schwierige Auswirkungen auf Männer und Frauen, belastet aber Frauen kurz- und langfristig unverhältnismäßig mehr.
Derzeitige Konjunkturpakete zielen hauptsächlich auf die Männerarbeitslosigkeit ab und bekräftigen die immer noch stereotypen Rollenverhältnisse von Mann und Frau.

Handlungsfelder, die dem gegensteuern und die wir angehen müssen:

1) Die Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen Männer und Frauen muss gerechter werden. Einher geht das auch mit der Forderung nach genereller Arbeitszeitverkürzung, damit das im Interesse beider Geschlechter auch machbar ist.

2) Atypische Beschäftigungsverhältnisse müssen im Sozialsystem voll berechtigt verankert sein.

3) Die Teilhabe ALLER muss gewährleistet sein – die Integration aller benachteiligten Gesellschaftsschichten muss vorrangig betrieben werden.

4) Zivilgesellschaftliche Initiativen müssen gestärkt werden.

5) Eine effektive Umverteilung ist gefragt – das derzeitige Steuersystem leistet das NICHT!

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